Wenn man „Reise ans Ende der Nacht“ aufschlägt, hat mar vorher besser nicht den Wikipedia-Eintrag über den Autor gelesen. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit auch äußerst gering, dass man das Buch überhaupt aufschlägt.

Und das wäre mit Sicherheit ein Verlust. Denn was Céline in seinem bedeutensten Werk niedergeschrieben hat, ist durchaus lesenswert: Eine wilde Reise, getrieben von Zufällen und einem geheimnisvollen Freund und Feind gleichermaßen, führt den Ich-Erzähler rund um die Welt, immer mit einem Auge für ihre Schönheiten und ihre großen Ungerechtigkeiten. Über die Kolonialherrschaft in Afrika, den Krieg und die getriebene amerikanische Wirtschaft hin zum französischen Kleinbürgertum, was in den Vororten von Paris gefangen beibt: Céline beschreibt in diesem mehr oder weniger autobiographischen Bericht eine Welt vor den Toren der Globalisierung am Anfang des 21. Jahrhunderts, mit schrecklichen und wundervollen Beobachtungen. Auf jeden Fall eine Reise, die es wert ist, vom Leser begleitet zu werden.

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