Eine seltsame Eigenart der Großstädter ist es, zuviel über sich selbst nachzudenken. (So wie ich jetzt gerade, weswegen ich diesen Text schreibe). Egal worum es geht, um das eigene Aussehen (Bunt war gestern), um das Essen vor einem auf dem Teller (Ist das auch High Carb? Ich esse gerade 80 10 10) oder um die Wohnungseinrichtung, irgendetwas finden Sie immer um sich rund um die Uhr mit sich selbst zu beschäftigen. Und mal ehrlich, womit soll man sich auch sonst die Zeit totschlagen, schließlich hat der im allgemeinen gering verdienende Berliner auch nicht jeden Tag das Geld für diverse Freizeitaktivitäten.

Und wenn es dann um die eigene Zukunft geht, ist natürlich klar, dass man Berlin nicht mehr verlässt, schließlich ist man jetzt zu abgebrüht, zu kreativ, zu kaputt, zu originell, zu allwissend oder zu sonstwas fürs Dorf. Für mich gilt dieser Punkt allerdings nicht, es ist völlig klar dass ich, wenn ich einen gewissen Lebensabschnitt hinter mir gelassen habe, schneller aufs Land verschwinde als die Leute Berghain sagen können.

Ich möchte mich in meinem Leben nämlich gerne noch mit anderen Themen als mir selbst beschäftigen. Mit der Natur zum Beispiel. Und da werde ich hässliche Gummistiefel tragen, die sind da nämlich praktischer.

Foto: © holzsteg

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